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Die Metapher

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  • #31
    Wohin mit der Wahrheit?

    Es war vor langer Zeit, als Gott das Universum schuf. Er schuf die Sonne und den Mond und unseren Planeten, er schuf die Meere und die Berge auf diesem Planeten, die Pflanzen, die Tiere und den Menschen. Als er alles erschaffen hatte, gab es nur noch eines, was auf dieser Welt fehlte - die Wahrheit.

    Und Gott überlegte sich sehr genau, wohin er die Wahrheit tun sollte, denn die Menschen sollten sich anstrengen müssen, sie zu finden. Sollte er sie auf einen fremden Stern packen oder in kleine Stücke über alle Weltmeere verteilen? Aber all dies schien ihm keine gute Idee.

    Schließlich kam ihm die zündende Idee und...
    er packte die Wahrheit in das Herz eines jeden Menschen.
    Nutze den Verstand, wenn er Dir dienlich ist, nimm ihn nicht ernst, wenn er stört

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    • #32
      Stille

      Ein Mönch hatte sich in der Einsamkeit zurückgezogen, um in der Abgeschiedenheit vom lärmenden Leben seine Zeit der Meditation und dem Gebet widmen zu können. Einmal kam ein Wanderer zu seiner Einsiedelei und bat ihn um etwas Wasser. Der Mönche ging mit ihm zur Zisterne, um Wasser zu schöpfen. Dankbar trank der Fremde, und etwas vertrauter geworden, bat er den Mönch, ihm eine Frage stellen zu dürfen: "Sag mir, welchen Sinn siehst du in deinem Leben in der Stille?" Der Mönche wies mit einer Geste auf das aufgewühlte Wasser der Zisterne und sagte: "Schau auf das Wasser! Was siehst du?" Der Wanderer schaute tief in die Zisterne, dann hob er den Kopf und sagte: "Ich sehe nichts." Nach einer kleinen Weile forderte der Mönch ihn abermals auf: "Schau auf das Wasser der Zisterne. Was siehst du jetzt?" Noch einmal blickte der Fremde auf das Wasser und antwortete: "Jetzt sehe ich mich selbst!" "Damit ist deine Frage beantwortet", erklärte der Mönch. "Als du zum ersten Mal in die Zisterne schautest, war das Wasser vom Schöpfen unruhig, und du konntest nichts erkennen. Jetzt ist das Wasser ruhig - und das ist die Erfahrung der Stille: Man Sieht und erkennt sich selbst!"

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      • #33

        Die Wahrheit

        Wahrheit klopfte an die Tür der Menschen
        und niemand machte auf
        da sie zu nackt war.

        Parabel fand Wahrheit allein und frierend
        und nahm sie mit nach Hause.
        Dort zog sie Wahrheit eine Geschichte an.

        Als Wahrheit wieder bei den Leuten klopfte
        öffneten sie die Türen
        und saßen abends noch am Feuer zusammen.


        Nutze den Verstand, wenn er Dir dienlich ist, nimm ihn nicht ernst, wenn er stört

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        • #34
          Von wahrer Liebe und Menschlichkeit

          Bei einem Wohltätigkeitsessen zugunsten von Schülern mit Lernschwierigkeiten hielt der Vater eines der Kinder eine Rede, die so schnell keiner der Anwesenden vergessen wird. Nachdem er die Schule und ihre Mitarbeiter in höchsten Tönen gelobt hatte, stellte er folgende Frage: "Wenn keine störenden äußeren Einflüsse zum Tragen kommen, gerät alles, was die Natur anpackt, zur Perfektion. Aber mein Sohn Shay ist nicht so lernfähig wie andere. Er ist nicht in der Lage, die Dinge so zu verstehen wie andere Kinder. Wo ist die natürliche Ordnung der Dinge bei meinem Sohn?"
          Das Publikum war angesichts dieser Frage vollkommen stumm. Der Vater fuhr fort: "Ich bin der Meinung, wenn ein Kind so ist wie Shay, das geistig und körperlich behindert zur Welt kommt, dann entsteht die Möglichkeit, wahre menschliche Natur in die Tat umzusetzen, und es liegt nur daran, wie die Menschen dieses Kind behandeln."
          Dann erzählte er die folgende Geschichte: Shay und ich waren einmal an einem Park vorbeigekommen, in dem einige Jungen, die Shay kannte, Baseball spielten. Shay fragte: "Glaubst du, sie lassen mich mitspielen?" Ich wusste, dass die meisten der Jungen jemanden wie Shay nicht in ihrer Mannschaft haben wollten, aber als Vater war mir auch folgendes klar: Wenn mein Sohn mitspielen durfte, dann würde dies ihm ein Dazugehörigkeitsgefühl geben, nach dem er sich so sehr sehnte, und auch die Zuversicht, trotz seiner Behinderung von anderen akzeptiert zu werden.
          Ich ging also zu einem der Jungen auf dem Spielfeld und fragte, ohne allzu viel zu erwarten, ob Shay mitspielen könne. Der Junge schaute sich hilfesuchend um und sagte: "Wir haben schon sechs Runden verloren und das Spiel ist gerade beim achten Inning. Ich glaube schon, dass er mitspielen kann. Wir werden versuchen, ihn dann beim neunten Inning an den Schläger kommen zu lassen." Shay kämpfte sich nach drüben zur Bank der Mannschaft und zog sich mit einem breiten Grinsen ein Trikot des Teams an. Ich schaute mit Tränen in den Augen und Wärme im Herzen zu. Die Jungen sahen, wie ich mich freute, weil mein Sohn mitspielen durfte.
          Am Ende des achten Innings hatte Shays Team ein paar Runden gewonnen, lag aber immer noch um drei im Rückstand. Mitten im neunten Inning zog sich Shay den Handschuh an und spielte im rechten Feld mit. Auch wenn keine Schläge in seine Richtung gelangten, war er doch begeistert, dass er mit dabei sein durfte, und grinste bis zu beiden Ohren, als ich ihm von der Tribüne aus zuwinkte. Am Ende des neunten Innings holte Shays Mannschaft noch einen Punkt. In der jetzigen Ausgangslage war der nächste Run ein potenzieller Siegesrun, und Shay kam als Nächster an die Reihe.
          Würden sie in diesem Moment Shay den Schläger überlassen und damit die Chance, das Spiel zu gewinnen, aufs Spiel setzen? Überraschenderweise bekam Shay den Schläger. Jeder wusste, dass ein Treffer so gut wie unmöglich war, denn Shay wusste nicht einmal, wie er den Schläger richtig halten sollte, geschweige denn, wie er den Ball schlagen sollte. Als Shay allerdings an den Abschlagpunkt trat, merkte der Pitcher, dass die gegnerische Mannschaft in diesem Moment nicht gerade auf den Sieg aus zu sein schien, und warf den Ball so vorsichtig, dass Shay ihn wenigstens treffen konnte. Beim ersten Pitch schwankte Shay etwas unbeholfen zur Seite und schlug vorbei. Der Pitcher ging wieder ein paar Schritte nach vorn und warf den Ball vorsichtig in Shays Richtung. Als der Pitch hereinkam, hechtete Shay zum Ball und schlug ihn tief nach unten gezogen zurück zum Pitcher. Das Spiel wäre nun gleich zu Ende. Der Pitcher nahm den tiefen Ball auf und hätte ihn ohne Anstrengung zum ersten Baseman werfen können.
          Shay wäre dann rausgeflogen, und das Spiel wäre beendet gewesen. Aber stattdessen warf der Pitcher den Ball über den Kopf des ersten Basemans und außer Reichweite der anderen Spieler. Von der Tribüne und von beiden Teams schallte es: "Shay lauf los! Lauf los!" Noch nie im Leben war Shay so weit gelaufen, aber er schaffte es bis zur First Base. Mit weit aufgerissenen Augen und etwas verwundert hetzte er die Grundlinie entlang. Alle schrien: "Lauf weiter, lauf weiter!" Shay holte tief Atem und lief unbeholfen, aber voller Stolz weiter, um ans Ziel zu gelangen. Als Shay um die Ecke zur zweiten Basis bog, hatte der rechte Feldspieler den Ball, er war der kleinste Junge im Team, der jetzt seine erste Chance hatte, zum Held seines Teams zu werden. Er hätte den Ball dem zweiten Baseman zuwerfen können, aber er hatte verstanden, was der Pitcher vorhatte, und so warf er den Ball absichtlich ganz hoch und weit über den Kopf des dritten Basemans. Also rannte Shay wie im Delirium zur dritten Basis, während die Läufer vor ihm die Stationen bis nach Hause umrundeten.
          Alle schrien nun: "Shay, Shay, Shay, lauf weiter, lauf weiter!" Shay erreichte die dritte Basis, weil der gegnerische Shortstop ihm zur Hilfe gelaufen kam und ihn in die richtige Richtung der dritten Basis gedreht und gerufen hatte: "Lauf zur dritten!", "Shay, lauf zur dritten!" Als Shay die dritte Basis geschafft hatte, waren alle Spieler beider Teams und die Zuschauer auf den Beinen und riefen: "Shay, lauf nach Hause! Lauf nach Hause!" Shay lief nach Hause, trat auf die Platte und wurde als Held des Tages gefeiert, der den Grand Slam erreicht und den Sieg für seine Mannschaft davongetragen hatte.
          "An diesem Tag", so sagte der Vater, während ihm die Tränen übers Gesicht liefen, "brachten die Spieler von beiden Mannschaften ein Stück wahrer Liebe und Menschlichkeit in Shays Welt." Shay erlebte keinen weiteren Sommer mehr. Er starb im folgenden Winter und hatte nie vergessen, wie es war, ein Held zu sein und mich so glücklich gemacht zu haben und zu sehen, wie die Mutter ihren kleinen Helden unter Tränen umarmte, als er nach Hause kam!"

          (Unbekannt)

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          • #35
            Ein Denkmal für einen Kritiker

            Mit Kritik umgehen ist keine einfache Sache. Und doch steckt in fairer Kritik enormes Verbesserungspotential. Man muss es nur sehen.

            Dazu eine kurze Geschichte von Anthony de Mello (ind. Theologe, 1931 – 1987):

            Ein häufig kritisierter Mann kam zum Meister, und wollte von ihm Rat im Umgang mit den Kritikern.

            Der weise Meister antwortete im ruhig: „Hör auf die Worte deiner Kritiker. Sie verraten dir, was deine Freunde dir nicht erzählen. Lass dich nicht niederdrücken von dem, was die Kritiker sagen. Noch nie wurde zu Ehren eines Kritikers ein Denkmal errichtet, wohl aber für Kritisierte.“


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            • #36
              Erfolg

              "Es hat derjenige Erfolg erzielt,
              der gut gelebt, oft gelacht und viel geliebt hat.
              Der sich den Respekt von
              intelligenten Menschen verdiente
              und die Liebe von kleinen Kindern;
              der eine Lücke gefunden hat,
              und der seine Aufgabe erfüllte;
              ob entweder durch schöne Blumen, die er züchtete,
              ein vollendetes Gedicht oder
              eine gerettete Seele;
              dem es nie an Dankbarkeit fehlte,
              und der die Schönheit unserer Erde zu schätzen wusste,
              und der nie versäumte, dies auszudrücken;
              der immer das Beste gab;
              dessen Leben eine Inspiration war
              und die Erinnerung an ihn ein Segen."


              Bessie A. Stanley


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              • #37
                Die Weisheit entdecken

                Wenn der Teich austrocknet, und die Fische auf dem Trockenen liegen, genügt es nicht, sie mit dem eigenen Atem zu befeuchten oder mit Speichel zu benetzen, man muss sie zurückwerfen in die See. Versucht nicht, Menschen zu beleben durch Lehrmeinungen, werft sie zurück in die Wirklichkeit. Denn das Geheimnis des Lebens findet man im Leben selbst, nicht in Lehren über das Leben.


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