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  • #16
    Zitat von condor Beitrag anzeigen
    Mein Gott, was ist denn an dem Thema so schwer zu verstehen??? Es geht bei dieser Idee doch überhaupt nicht um irgendeine ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung, es geht um die UNABHÄNGIGKEIT DER KANAREN von Spanien.....
    Doch schon; denn letztendlich wird darauf die Unabhängigkeit von Festlandspanien begründet. Wenn ich mir allerdings das Potpourri aus Parteien angucke, die nun versuchen, krampfhaft einen gemeinsamen Nenner zu finden um bei den kommenden Wahlen gemeinsam punkten zu können in Sachen Unabhängigkeitsbestrebungen, habe ich keinerlei Befürchtungen, dass es hier katalanische Verhältnisse geben könnte.

    Vor Wahlen sprießen neue Parteien hier wie Pilze aus dem Boden; meistens ranken sie sich jeweils um eine oder zwei Personen. Sie verschwinden nach den Wahlen meist ebenso schnell, wie sie vor den Wahlen in Erscheinung getreten sind.

    Auf Lanzarote gibt es keine, zumindest spürbaren Bewegungen nach Unabhängigkeit. Hier wird vielleicht eher "VOX" punkten. Denn so manchen Canarios hier gehen wir Ausländer mittlerweile ziemlich auf den Senkel. Briten, Deutsche und Italiener inklusive. Im Gegensatz zu D-Land gibt es hier in der Tat so etwas wie eine Verdrängung durch Ausländer: Jobs in den Hotels werden vielfach von anderen EU-Bürgern inkl. Festlandspaniern besetzt; es gibt viele Selbständige Nicht-Canarios, die den Einheimischen die Kunden wegschnappen, die Straßen sind überfüllt von Touri-Autos usw.

    Auf der anderen Seite würde die Landwirtschaft hier zusammen brechen ohne Ausländer, die in diesem Fall i.d.R. irgendwo aus Afrika oder aus Osteuropa stammen. Und die meisten Hotelzimmer blieben ungeputzt ohne die vielen, vor allem südamerikanischen Zuwanderer usw.
    Zuletzt geändert von aurora; 10.02.2019, 13:33.

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    • #17
      Mal angenommen die Kanaren würden sich abkapseln von Spanien und der EU, den Arbeitsmarkt oder allgemein den Wirtschaftsmarkt für Ausländer schwerer zugänglich machen dann gebe ich den Kanaren 5-10 Jahre bis sie sich wieder selbst WIRTSCHAFTLICH in das Jahr 1930 zurückkatapultiert haben.

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      • #18
        1930 hätte ich jetzt nicht genannt. Da "brannte" es in Spanien ...

        Im Jahr 1930 wurde schließlich Primo de Rivera, beschleunigt durch massive Streiks, gestürzt. General Berenguer führte das Militärregime weiter und versuchte den Zerfall der Monarchie zu stoppen. Da die Unzufriedenheit der Bevölkerung jedoch anhielt, ordnete er Wahlen an, um die innenpolitische Lage zu. beruhigen. Nach dem Wahlsieg der Republikaner ging Alfons XIII ins Exil und die zweite Republik wurde proklamiert. Es zeigte sich aber bald, daß die republikanische Staatsmacht die Interessen der privatkapitalistischen Unternehmer und der Großgrundbesitzer verteidigte. Weiterhin gab es Unstimmigkeiten innerhalb der Republikaner über die zukünftige Rolle der Kirche. Als Erzbischof Segura gegen den zaghaften Versuch der Trennung von Staat und Kirche agitierte, erhielt er die umgehende Antwort der Bevölkerung. An einem einzigen Tag gingen hunderte von Kirchen und Klöstern in ganz Spanien in Flammen auf und/oder wurden geplündert.

        Quelle: http://www.anarchismus.de/aktion/aktion24/spanien.htm
        Freiheit für Verstand.

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        • #19
          Ich meinte eigentlich Wirtschaftlich und nicht politisch. Habe es noch hinzugefügt.

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          • #20
            Aurora - ich gebe dir vollkommen Recht, sowohl, was das Sprießen wie Pilzen aus dem Boden von Parteien vor den Wahlen betrifft, als auch das genauso schnelle Verebben dieser nach den Wahlen.
            Den Frust vieler Canarios kann ich verstehen - viele leben tatsächlich in ziemlich großer Armut, sehen aber gleichzeitig, dass Arbeitskräfte sowohl vom Festland als auch aus anderen Ländern kommen. Wobei wir auch wieder am fehlenden Ausbildungsgefüge auf den Kanaren wären.
            Es wäre doch normalerweise Pflicht und Schuldigkeit der spanischen Regierung, dafür zu sorgen, dass endlich ein vernünftiges und international Bestand habendes Ausbildungsniveau geschaffen würde. Dort geht doch die Crux der nachfolgenden hohen Arbeitslosigkeit auf den Kanaren los. Weshalb wird denn nicht einfach mal ein duales Ausbildungssystem a la Deutschland (oh, es gibt sogar mal einen Punkt, wo D positiv erwähnenswert bleibt) geschaffen und somit Schulabgängern eine gute Ausbildung ermöglicht, die wiederum dafür sorgen könnte, einen guten Arbeitsplatz zu bekommen.

            Die Kanaren werden doch von Festlandspanien eher nur als Anhängsel betrachtet, auf das man seine Pensionistas mit staatlicher Unterstützung einmal jährlich im Mai in Billigurlaub schicken kann.... Profitieren kann dabei ganz sicher kein einziger kanarischer Angestellter - denn das sind eher arme spanische Rentner, die gar nicht in der Lage sind, viel Geld auszugeben.

            Es ist auf den Kanaren nicht anders als in Deutschland. Wenn der Leidensdruck zu groß ist, erinnert man sich an gute alte Zeiten.
            Und die Meinung vieler Canarios ist: Lieber arm aber friedlich leben als arm und mit dem Konkurrenzdruck von außen.
            Ein reiches Leben haben die Canarios eh nie gekannt - aber wenn sie jetzt auch erleben müssen, dass ihnen der Lebensraum von außen genommen wird, dann begehren sie auf.
            Ich kann das verstehen, auch wenn die Kanaren separat natürlich binnen kürzester Zeit in tiefster Armut versinken würden, die Frage muss sich dennoch stellen: Was genau würde es an der schon vorhandenen Armut vieler Canarios wirklich ändern? Sie sind es doch schon....

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            • #21
              Zitat von aurora Beitrag anzeigen
              ..... Jobs in den Hotels werden vielfach von anderen EU-Bürgern inkl. Festlandspaniern besetzt....
              Das begründet sich aber in erster Linie mit dem Unvermögen oder der Unlust der Canarios, Fremdsprachen zu lernen. Da kommen dann die Ausländer oder Festlandspanier mit mindestens einigermaßen verständlichem Englisch und werden verständlicherweise bevorzugt.

              Immer diese Momente im Job, an denen man denkt, Alpaka-Hirte in Perú wäre doch die bessere Berufswahl gewesen.

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